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Flucht vor dem Hornhautraspeln
Wenn sie Lust hat, kann sie so schön sein wie Jolina Flower, mit roten oder blonden Haaren oder noch besser: sie kann sogar Jolina Flower selbst sein. Oder ein Mann. Oder eine Prinzessin von einem fremden Stern. Alles ist möglich im „worldwideweb" ihrem Zuhause, ihrem Spielplatz, wo sie mit der ganzen Welt kommunizieren kann. Als Avatar, als beliebig wähl- und wandelbares Benutzerbild, tingelt sie durch die Chatrooms - eine glitzernde, bunte und aufregende Welt.
Das Gegenteil von ihrem Alltag, denn er ist denkbar öde. Wer steht schon auf Schule? Danach soll sie Fußpflegerin werden, sagt ihre Mutter. Das bedeutet Hornhautraspeln lebenslang.
Ein wunderschönes Stück, federleicht, komisch und lebensweise zugleich, ist Sebastian Zarzutzki, Regieassistent am Rheinischen Landestheater, mit „Pixelhaut" gelungen. Das Stück für Menschen ab 13 Jahre wurde am Samstag im Studio des Rheinischen Landestheaters uraufgeführt. Als Autor und Regisseur dieser neuen Produktion des Düsseldorfer Jugendtheaters „Flugwerk" spürt er bestechend frisch und einfühlsam der jugendlichen Sehnsucht nach, jemand anders zu sein: Raus aus der langweiligen Gegenwart, hinein in ein glitzerndes Universum der Möglichkeiten.
Konstanze Brüning fesselte als leichtfüßiger Avatar in pink und lila, unerschütterlich fröhlich, ein Partygirl mit beliebig änderbaren Attributen, bereit für den großen Auftritt im Cyberspace, wo „alles Party, alles fake" ist. Bunte Blütenblätter, schillernde Seifenblasen, farbiger Glitzerregen und Luftballons: Schön anzuschauen, doch kurzlebig wie ein Traum, ist ihre Welt auf der Bühne.
Mit monitorblauer Leinwand und eng abgestecktem Quarrée auf der Bühne gelingt es Zarzutzki so dezent wie geschickt, der Illusion des grenzenlosen Cyberspace die Grenzen einer Welt im Monitorformat entgegenzusetzen. „Lass Deinen Traum lebendig werden" ist die monotone Aufforderung, die die virtuelle Identität als Chance zu Begegnung und Kommunikation anpreist. Wer hier das Individuum in die Scheinbefriedigung seiner Sehnsucht und reale Unmündigkeit souffliert wie Handkes „Einsager" ist bei Zarzutzki ein Affe (schön gespielt von Daniel Marré), eine Scheinidentität von vielen, die spricht, ohne ansprechbar zu sein. Wo alles Fake ist - das zeigt Zarzutzkis tolle Inszenierung leichtfüßig und einleuchtend - bleibt Begegnung Illusion und das Individuum einsam vor dem Monitor zurück.
Wunderbar treffsicher hat er „Pixelhaut" im handfesten Diskurs der Jugend geschrieben. Vor allem gelingt es ihm, an keiner Stelle zu moralisieren. Schlicht, klar, überzeugend zeigt er in dem unbedingt sehenswerten Stück, dass die Versprechen leer sind, die Wirklichkeit unverändert bleibt und sie nichts, gar nichts gegen die Einsamkeit auszurichten vermag.
>> Neuss-Grevenbroicher-Zeitung, 25. 02. 2008
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Wie eine bunte Seifenblase
Jugendstück "Pixelhaut" ptäsentiert das Internet als eine heile Welt, die leicht zerplatzen kann
Blaue Glitzersteinchen fallen vom Himmel, bunte Blumen fliegen durch die Luft und Seifenblasen wirbeln umher. Alles ist so wunderbar unbeschwert und zucker-rosa-rot. In den unbegrenzten Weiten des Internets hat der Alltag keinen Eintritt und so hüpft das Cybergirl voller Freude wie ein pinkfarbener Flummi durch diese fantastische Welt. (...)
Schauspielerin Konstanze Brüning schlüpft in die Rolle der ausgeflippten Susiebusie, auch bekannt als Sweetseventeen oder Sexysadie. Ihren wirklichen Namen verrät sie nicht und versteckt sich hinter der Maske einer Computerfigur. (...)
Die passende fetzige Musik in dem Stück lieferte Daniel Marré, der in seinem Affenkostüm am Keyboard die schräge Welt des Internets noch ein wenig verquerer wirken lässt.
>> Neue Westfälische, Paderborn, 09. 06. 2008
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Pixelhaut - ein verrücktes Spiel
Am Freitag den 6. Juni 2008 in der Aula der Hansa- Realschule Soest spielten Konstanze
Brüning und Daniel Marré die Hauptdarsteller des ganzen Stückes Pixelhaut. Die
Schauspieler haben ihre Rollen locker und lustig rübergebracht. Sie sind auf das
Publikum eingegangen und sie haben es mit ins Stück einbezogen. (...) Das Publikum
fühlte sich nicht nur wohl, da die Atmosphäre gut war. Das Stück war lustig und
verrückt, aber auf keinen Fall langweilig! Unser Gesamteindruck war sehr gut, denn es
wurde insbesondere für Jugendliche gespielt und das merkte man auch. Wir würden
Pixelhaut weiter empfehlen, da es sich lohnt das Stück anzuschauen.
(Jennifer, Elif)
Pixelhaut, verrückt aber echt
Am 06.06 wurde in der Aula der Hansa-Realschule das Theaterstück „Pixelhaut" vorgeführt.
Jolina Flower (Konstanze Brüning) spielte die Hauptrolle, ein verrücktes Mädchen. Sie
trug einen pinken Rock und darüber weißen, fast durchsichtigen Oberrock. Sie hatte mal
blonde mal rote und mal braune Haare, denn sie wechselte oft ihre Perücke. Ein Mann war
als Affe verkleidet und nachher auch als Bär, er hieß Daniel Marré. (...) Am Ende hatten
die beiden Schauspieler viel Spaß beim Applaus. Das Theaterstück war sehr interessant.
Das Publikum hat aufmerksam zugehört, es gab keine Beleidigungen, aber einige male wurde
in das Stück gerufen, aber die Schauspieler wollten das so, damit sich die Schüler nicht
die ganze Zeit konzentrieren müssten. Es herrschte eine spannende Atmosphäre. Das Stück
war bis zum Schluss lustig, alle haben gelacht und gleichzeitig das Stück
weiterverfolgt. Man konnte die Handlung des Stückes nicht so gut verstehen. Wir finde
das Stück spannend, denn man konnte nicht vorhersehen was passiert und durch die
besonders gute Atmosphäre machte es noch mehr Spaß, der Frau auf der Bühne zuzusehen.
Wir finde es gut, dass sie sich die Stücke selbst ausdenken. (...)
(von Sascha, Sandro und Tobias)
>> SchülerInnenkommentare zur Aufführung am 06. 06. 2008 in der Hansa-Realschule, Soest
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